WASSERFLUG

Wasserflug an der Flensburger Förde. Die Flensburger Förde ist für den Wasserflug wie geschaffen. Der Fördeverlauf sowie die Inseln , Sunde und Fjorde der dänischen Südsee ermöglichen an einem Tag verschiedene Wind- und Wellenverhältnisse vorzufinden.

 

 

WASSERFLUG

Somit findet der Wasserflugpilot immer eine Wasserlandefläche um sein Wasserflugzeug sicher ins Wasser zu setzen. Für die Wasserflugschulung eröffnet sich dadurch die Möglichkeit an einem Tag verschiedene Lande- uns Startsituationen darzustellen. Dies erkannte bereits Claude Dornier und empfahl der Kaiserlichen Marine diesen Standort wegen der idealen Bedingungen auf der Flensburger Förde. Später schulte hier Clipper Aviation und heute noch Baltic Seaplane.

Wasserflug bei der kaiserlichen Marine.

 

1917 die ersten Wasserflieger an in Fahrensodde wurde  eine Wasserflugstation gegründet und eine Wasserflugschule für Piloten, Beobachtern und Bordschützen aufgebaut. Die Stadt Flensburg überließ der Kaiserlichen Marine großzügig die benötigten Grundstücke.

Hier konnte und kann die Ausbildung von Wasserflugpiloten unter alle Wind- und Wetterbedingungen optimal geschult werden. Der Bau einer Flugzeughalle mit 800 m² zum Unterstellen und zur Wartung und Reparatur der Flugzeuge ging zügig voran. Das Personal war auf einem Wohnschiff, der „Herta“, untergebracht.

Dieses Schiff bot Unterkunft für 500 Mann; was bedeutet, dass hier wohl einige Tausend Mann ausgebildet wurden, denn der Personalbedarf war bedingt durch den Krieg sehr hoch. Geschult wurde der Wasserflug mit Flugzeugen des Typs „Gotha WD 7“, ein einmotoriger Doppeldecker, von dem bis zu 14 Flugzeuge in Fahrensodde stationiert waren. Die Wasserflugstation wurde bis zum Ende des Ersten Weltkriegs kontinuierlich ausgebaut. Es entstanden zusätzlich zu der großen Flugzeughalle insgesamt noch drei Wohngebäude, eine Ablaufbahn für die Wasserflugzeuge – Relikte dieser Ablaufbahn sind auch heute noch zu erkennen – eine wasserseitige Landungsbrücke mit einem Kran, um die Flugzeuge an Land zu heben, und eine Einfriedigung des gesamten Grundstücks.

Mit Ende des Krieges wurde der Flugbetrieb entsprechend der Versaillers Vertrags eingestellt und die meisten Gebäude abgerissen. Nur die Werkstatthalle und Teile der Wohngebäude sind heute noch vorhanden sowie die Abstellflächen und Teile der Ablaufbahnen.

Dorniers Wasserflugzeuge

Nach Wiederaufnahme des Flugbetriebs in den 30´er Jahren begann auch der Wasserflug wieder neu. Auf der Flensburger Förde landete nicht nur das Riesenflugboot „Do X“, sondern auch unterschiedliche Wasserflugzeuge wie die „Dornier Wal“, „Heinkel 115“ und weitere Typen. Bilder aus dieser Zeit dokumentieren dieses. Die Flensburger Förde war auch ein beliebtes Revier der damaligen Seefliegerschule der Deutschen Lufthansa mit ihrer Station in List auf Sylt. Von dort aus starteten Flugboote des Typs „Dornier Wal“ und auch Wasserflugzeuge wie die „Junkers JU-52“ zu Trainingsflügen auf die Flensburger Förde. Auch das Traditionsflugzeug der Lufthansa Berlin Stiftung, die D-AQUI, war zu Beginn ihrer Karriere als Wasserflugzeug gebaut und eingesetzt – allerdings in Norwegen. Die Flensburger Förde hat somit eine lange Tradition als Revier für Wasserflugzeuge. Nicht nur die Seefliegerschule der Deutschen Lufthansa in List auf Sylt nutzte die Flensburger Förde als „Trainingsrevier“, auch kamen in den 30´er Jahren militärische Flugzeuge der neuen deutschen Luftwaffe hinzu.

Am 18.August 1930 gelang einem Lehrer der Seefliegerschule List auf Sylt – Wolfgang von Gronau -  ein Flug mit einer „Dornier Wal“ von List auf Sylt nach New York in 47 Flugstunden und im Juli 1932 startete er von List auf Sylt erneut, dieses Mal zu einer Weltumrundung mit einem Flugboot des gleichen Typs. Nach 44.000 km landete die Besatzung im November 1932 wieder wohlbehalten in List auf Sylt.

 

Mit Beginn der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Wasserfliegerei in Schleswig-Holstein intensiv ausgebaut. Es entstanden Wasserflug-plätze in Travemünde als Außenstelle der Seefliegerversuchsanstalt in Hamburg, weitere Seeflugplätze entstanden in Heiligenhafen, Schleswig und auch auf der Flensburger Förde. Die Seefliegerstation in Fahrensodde wurde aber nicht wieder reaktiviert, sondern die Flensburger Förde als Trainingsgebiet für Flugboote und Wasserflugzeuge genutzt. Flugzeugtypen wie die „Dornier 24, Dornier 26, Heinkel 115 u.ä.“ trainierten in diesem Revier. Selbst nach Kriegsende starteten von Schleswig aus Flugboote von der Schlei, geduldet von den englischen Kommandeuren,  nach Pommern, um von dort in „Nacht und Nebel Aktionen“ Flüchtlinge auszufliegen.

 

Nach Kriegsende war es mit der Fliegerei in Deutschland vorbei. Die Alliierten verhängten ein komplettes Flugverbot und damit waren auch alle Flugplatze und Wasserlandeflächen aufgehoben. Mit dem Neustart der Fliegerei 1956 wurden nach und nach die Flugplätze reaktiviert; Flughäfen wie Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt usw. wurden schon kurz nach Kriegsende reaktiviert und von den Luftfahrtgesellschaften der Alliierten angeflogen.

Erst 2004 begann die „Clipper-Aviation“ den Wasserflug in Flensburg neu zu etablieren. Der Wasserlandeplatz Flensburg-Sonwik wurde geschaffen und von der Behörde dauerhaft genehmigt. Damit setzte sich eine langjährige Tradition fort. Seit 2015 betreibt FLY & SAIL den Landeplatz ED 2098 vor Sonwik und ermöglicht mit Wasserrundflügen, ausgeführt von Baltic Seaplane, auch Nichtpiloten das Erlebnis Wasserflug auf der Flensburg Förde.

 

Weitere Landeplätze von FLY & SAIL  in Mecklenburg-Vorpommern wie beispielsweise in Plau am See haben eine auch eine lange Tradition in der Geschichte der Wasserfliegerei. In Plau am See wurden schon 1910 Wasserflugzeuge erprobt.

Tel.: 0049 (0)461 150 550